Bierkunde

FotoDas Brauen ist eine Kunst, die nicht wie viele glauben von den alten Germanen stammt, sondern vielmehr in die ältesten Zeiten der morgenländischen Kultur zurückführt. Wir finden Bier nicht nur in Babylon, in Ägypten, wir finden es auch im fernen Osten.

Es ist dokumentarisch nachgewiesen, dass schon im Jahre 4000 vor Chr. Geb. die Sumerer Bier gebraut und als wichtigsten Bestandteil ihrer Nahrung genossen haben. Von dort hat sich die Braukunst über Asien nach Afrika und Europa verbreitet. Die Überzeugung von der hohen Nährkraft des Bieres fand bei diesen alten Kulturvölkern darin ihren Ausdruck, dass es als Trankopfer den Göttern gespendet und als Reisebegleiter den Toten mit ins Grab gegeben wurde. Bei uns in Deutschland war das Bier schon längst ein Volksgetränk geworden. Die ältesten Nachrichten hierüber stammen aus dem 3. Jh. vor Chr. Geb.
 

Nur aus Erfahrung heraus, mehr oder weniger von Zufällen abhängig, entwickelte sich die Braukunst vor allem über Klöster zu dem auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebauten Industriezweig in seiner heutigen überragenden Bedeutung.

Das Brauregal oder wie es in späteren Urkunden genannt wird, das Bierrecht oder die Biergerechtigkeit, war ursprünglich ein vom Kaiser den Landesherren für ihre ihm geleisteten Dienste verliehenes Recht, welches zur Zeit der Städtegründungen den ersten Bürgern zugebilligt und verliehen wurde.

Überall in deutschen Städten ist daher das Brau- oder Bierrecht zuerst den Häusern am Markte und denen der Zugangsstrassen verliehen worden. Sie erhalten das Recht, "volle" Biere zu brauen, während sich später niederlassende Bürger mit halben und Viertelbieren begnügen mussten.

FotoWenn im Mittelalter hohe Herren ihr Standquartier aufschlugen, adelten sie es, indem sie ihr Wappenschild draußen an der Hauswand anbrachten  - zum Zeichen des Gastfriedens. Doch die Zeichen am Haus reichten den Wirten nicht. Sie hängten Fahnen aus, dann an langen Stangen Kränze  aus Zweigen und Stroh, später hängten sie dann an die Fassaden geschmiedete Schilder. Die ragten unübersehbar in die Gassen hinein, um den  Reisenden Obdach, Speis und Trank zu signalisieren.

Etwas im Schilde führen durfte längst noch nicht jeder. Dazu brauchte der Wirt die Schildgerechtigkeit (das Recht, ein Schild aushängen zu  dürfen). Schildwirte standen in höherem Ansehen als Gassen- oder Schankwirte, denen das Hoheitszeichen an ihrem Haus fehlte. Was die Wirte zierte, verhalf den Schmieden zum guten Geschäft.